
An richtig heißen Sommertagen fahren wir gerne für ein paar Stunden ins Alpenbad Arzbach. Für uns ist das kein Ziel, an dem man unbedingt den ganzen Tag verbringen muss. Oft reicht schon eine kleine Abkühlung, ein bisschen Sonne und anschließend noch etwas zu trinken. Das Bad selbst wirkt angenehm unaufgeregt: kein großes Erlebnisbad, keine Rutschenlandschaft, kein übertriebenes Drumherum – eher ein klassisches, familiäres Freibad, wie man es aus früheren Zeiten kennt. Genau das macht für uns einen Teil des Reizes aus.
Seit 1934 ein Stück Arzbach
Das Alpenbad wurde bereits 1934 eröffnet und befindet sich bis heute in Familienhand. Damit hat es inzwischen mehr als 90 Jahre Geschichte hinter sich. Gerade bei einem kleinen privat betriebenen Freibad ist das alles andere als selbstverständlich. Zum Bad gehören ein 25-Meter-Schwimmbecken, ein Nichtschwimmerbereich sowie Kinder- und Babybecken. Dazu kommen Liegewiesen, Tennisplätze und weitere Sportmöglichkeiten.
Besonders schön ist die Lage am Arzbach und der Blick in die umliegende Bergwelt. Bei guter Sicht schaut man von hier bis zur Benediktenwand. Wenn man im Wasser liegt oder auf der Terrasse sitzt, bekommt man ziemlich schnell dieses typische Isarwinkel-Gefühl: grüne Umgebung, Berge im Hintergrund und alles ein gutes Stück entspannter als in einem großen städtischen Freibad.
Das Wasser ist nichts für Warmduscher
Der Name Alpenbad ist durchaus ernst gemeint. Das Wasser wird mit frischem Gebirgswasser gespeist und ist entsprechend eher auf der kühlen Seite. Wer zum Schwimmen grundsätzlich Badewannentemperaturen braucht, wird hier vermutlich nicht glücklich. Man muss das kühlere Wasser schon mögen.
An heißen Tagen finden wir genau das aber angenehm. Nach ein paar Minuten hat man sich an die Temperatur gewöhnt, und wenn draußen richtig Sommer ist, gibt es kaum etwas Besseres als dieses erste Eintauchen ins kühle Wasser. Meine Frau nutzt die Gelegenheit gerne richtig und zieht ihre Bahnen. Ich bin da etwas weniger ehrgeizig.
Arbeitsteilung auf unsere Art
Zum Glück gibt es direkt am Bad auch eine Gastronomie mit Terrasse. Damit lässt sich ein Besuch hervorragend aufteilen: Während meine Frau ihre Bahnen im Becken zieht, kann ich mich meiner persönlichen Form des Ausdauersports widmen – einem kühlen Getränk mit Blick auf den Pool. Man muss schließlich Prioritäten setzen. 😉
Gerade diese Kombination gefällt uns. Einer kann schwimmen, der andere sitzt entspannt daneben, und anschließend trifft man sich wieder auf der Liegewiese oder an der Gastronomie. Auch preislich empfinden wir sowohl den Eintritt als auch das Angebot der Gastronomie als absolut in Ordnung. Gerade für einen kurzen Besuch ist das angenehm, weil man nicht das Gefühl hat, erst einen halben Tagesausflug daraus machen zu müssen, damit sich der Eintritt lohnt.
Ein Familienbad ohne großes Spektakel
Dass das Alpenbad seit Jahrzehnten als Familienbetrieb geführt wird, merkt man ihm an. Es wirkt nicht wie ein komplett durchoptimierter Freizeitpark, sondern eher wie ein Freibad, das einfach zu seinem Ort gehört. Dazu passt auch eine Anekdote aus den Anfangsjahren: Bei der Eröffnung 1934 soll praktisch das halbe Dorf auf den Beinen gewesen sein. Bei einem Wettschwimmen wurden einigen Teilnehmern angeblich aus Spaß Rucksäcke mit Steinen beschwert – woraufhin das Ganze beinahe etwas weniger lustig ausgegangen wäre als geplant.
Ob sich jedes Detail dieser Geschichte heute noch exakt belegen lässt, sei dahingestellt. Als alte Arzbacher Erzählung passt sie jedenfalls ziemlich gut zu einem Bad, das schon mehrere Generationen erlebt hat.
Der Arzbach gehört dazu
Auch der Bach selbst ist Teil der Anlage. Das Freibad liegt direkt am Arzbach, und gerade dieser Übergang zwischen natürlichem Bachlauf, Liegewiese und Schwimmbecken macht die Atmosphäre besonders. Der Arzbach kann allerdings auch zeigen, dass Gebirgswasser nicht immer nur idyllisch ist. Nach starken Hochwasserereignissen waren in der Vergangenheit umfangreiche Sicherungsmaßnahmen notwendig. Der Bach wurde deshalb in verschiedenen Bereichen stabilisiert und der Hochwasserschutz verbessert.
Davon bekommt man als Badegast heute wenig mit. Man liegt auf der Wiese oder sitzt auf der Terrasse und hört vielleicht das Wasser rauschen – während dahinter ziemlich viel Arbeit steckt, damit das alles auch bei starkem Regen funktioniert.
Für uns genau richtig für zwischendurch
Das Alpenbad Arzbach ist für uns kein Ort, den man groß planen muss. Wenn es richtig heiß ist und wir Lust auf Abkühlung haben, fahren wir einfach hin. Ein paar Bahnen schwimmen – zumindest einer von uns –, eine Weile in der Sonne sitzen, vielleicht noch etwas essen oder trinken und dabei auf die Berge schauen. Mehr muss es manchmal gar nicht sein.
Und während meine Frau im Becken weiter ihre Runden zieht, halte ich vom Beckenrand aus selbstverständlich gewissenhaft die Stellung. Mit einem kühlen Getränk in der Hand. Jemand muss schließlich aufpassen.
