Marina Tegernsee

Eigentlich ist die Sache schnell erklärt: Tretboote, Motorboote, ein Kiosk.
Klingt erst einmal nicht unbedingt nach einem Ort, über den man einen langen Artikel schreiben müsste.
Eigentlich.
Denn die Marina Tegernsee ist irgendwie mehr. Unterhalb der Hauptstraße, die sich rund um den Tegernsee zieht, liegt sie erstaunlich ruhig und fast ein wenig versteckt direkt am Wasser. Ein Steg führt außen herum, Boote schaukeln im See – und plötzlich fühlt sich das Ganze tatsächlich ein bisschen wie ein kleiner Hafen an.
Kein mondäner Yachthafen, wohlgemerkt. Eher die entspannte Tegernseer Variante davon.
Und genau das macht den Charme aus.
Man holt sich etwas zu trinken, sucht sich einen Platz am Steg und schaut einfach aufs Wasser. Mehr Programm braucht es eigentlich nicht. Besonders am Abend, wenn die Sonne langsam hinter den Bergen verschwindet und der See sein Abendlicht bekommt, kann man hier wunderbar den Tag ausklingen lassen.
Unter der Woche geht es dabei oft angenehm ruhig zu. Am Wochenende sieht die Sache schon anders aus – dann kann es durchaus ziemlich voll werden.
Und das Publikum?
Sagen wir es so: Der Tegernsee in seiner ganzen Bandbreite.
Einheimische sitzen neben Urlaubern, dazwischen die Tegernseer Hautevolee und die Münchner Schickeria auf Wochenendausflug. Bootsfahrer, Ausflügler, Spaziergänger – und vielleicht demnächst die eine oder andere Vespa vor der Tür.
Irgendwie passt hier alles zusammen.
Kulinarische Höhenflüge sollte man dabei nicht erwarten – und das muss man auch gar nicht. Es gibt klassische Getränke, gelegentlich wird gegrillt, und ansonsten besteht das eigentliche Menü aus See, Bergen, Sonnenuntergang und Leute beobachten.
Letzteres kann am Tegernsee bekanntlich durchaus unterhaltsam sein. 😉
Lago di Bonzo
Wer beim Tegernsee an den „Lago di Bonzo“ denkt, liegt übrigens gar nicht so falsch. Der Begriff wurde längst musikalisch verewigt – ursprünglich vom Zither-Manä und später auch von Oimara alias Beni Hafner, der selbst vom Tegernsee stammt.
In seiner Version bekommt natürlich auch die ganz besondere Spezies rund um den See ihr Fett weg: die Geldigen, die Schönen und die, die zumindest gerne dafür gehalten werden möchten. 😉
Und wenn man an einem Sommerabend an der Marina sitzt und das Publikum beobachtet – Einheimische, Urlauber, Tegernseer Hautevolee und Münchner Schickeria friedlich nebeneinander –, denkt man irgendwann:
Ja. Lago di Bonzo trifft es eigentlich ganz gut.
Unser Vespisti-Tipp 🛵
Die Marina Tegernsee ist kein klassisches Ausflugsziel, für das man einen ganzen Tag planen muss. Und vielleicht ist sie gerade deshalb ein schönes Ziel für eine Vespa-Runde.
Eine Runde um den See, vielleicht noch einen kleinen Schlenker durch das Oberland – und zum Abschluss runter ans Wasser. Ein Getränk holen, einen Platz am Steg suchen und einfach sitzen bleiben.
Wenn dann noch die Sonne hinter den Bergen verschwindet und sich das Abendlicht im Tegernsee spiegelt, hat man eigentlich alles richtig gemacht.
Lago di Bonzo eben.

