Gasthof Glashütte

Gasthof Glashütte
Ein Stück echtes Altbayern

Manchmal entdeckt man die schönsten Orte erst beim zweiten Hinsehen.

So ging es uns mit dem Gasthof Glashütte. Beim ersten Vorbeifahren haben wir das Wirtshaus nur aus dem Augenwinkel wahrgenommen. Irgendwo zwischen Tegernsee und Achensee, etwas abseits der Straße. Auf der nächsten Tour haben wir dann spontan angehalten. Zum Glück!

Denn was uns dort erwartet hat, ist genau das, was man sich unter einem echten bayerischen Gasthof vorstellt.

Der Gasthof liegt idyllisch neben der kleinen Kirche Mariä Heimsuchung mitten im Ortsteil Glashütte. Schon beim Aussteigen merkt man, dass hier die Zeit ein wenig langsamer vergeht. Kein großes Spektakel, keine aufgesetzte Eventgastronomie – sondern ehrliche bayerische Wirtshauskultur.

Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. Auf dem Gebäude steht die Jahreszahl 1698 – und genau aus dieser Zeit stammt auch der Ursprung des heutigen Gasthofs. Ende des 17. Jahrhunderts versuchten Mönche des Klosters Tegernsee, hier eine Glasbläserei aufzubauen. Zwar bestand die Glashütte nur wenige Jahre, doch sie gab dem kleinen Ort schließlich seinen Namen. Nach einem Brand wurde die Glasproduktion aufgegeben, geblieben sind der Gasthof und die Kirche – beides bis heute prägende Wahrzeichen dieses besonderen Fleckchens Erde.

Schon beim Betreten der Gaststube hatten wir das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen. Viel dunkles Holz, urige Stuben und als besonderes Highlight ein großer Kachelofen, der tatsächlich noch mit Holz beheizt wird. Genau so stellt man sich einen traditionellen bayerischen Gasthof vor – authentisch, gemütlich und ohne viel Schnickschnack.

Auch kulinarisch gibt es nichts zu meckern. Auf der Speisekarte stehen klassische bayerische Gerichte, Brotzeiten, Fisch sowie vegetarische Speisen. Alles bodenständig, frisch und passend zu einem Wirtshaus, das seit Generationen Wanderer, Radfahrer, Ausflügler und Einheimische bewirtet.

Besonders gefallen hat uns der Biergarten. Unter großen Bäumen sitzt man angenehm schattig – selbst an heißen Sommertagen. Nach einer Vespa-Tour Richtung Achensee oder zurück an den Tegernsee gibt es kaum einen schöneren Platz für eine gemütliche Einkehr.

Der Gasthof liegt übrigens fast genau auf der perfekten Strecke zwischen Tegernsee und Achensee. Früher machten hier Glasbläser, Jäger, Wilderer, Schmuggler und Reisende auf dem Weg nach Tirol Halt. Heute sind es Wanderer, Radfahrer – und hoffentlich noch viele Vespafahrer.

Unser Fazit

Der Gasthof Glashütte ist kein Restaurant, das mit moderner Inszenierung beeindrucken möchte. Er überzeugt mit etwas viel Wertvollerem: echter Geschichte, ehrlicher Gastfreundschaft und einer Atmosphäre, die man heute nur noch selten findet.

Wer zwischen Tegernsee, Kreuth und Achensee unterwegs ist, sollte hier unbedingt eine Pause einlegen. Wir sind jedenfalls froh, beim zweiten Vorbeifahren auf die Bremse getreten zu haben.

Vespisti-Wertung: 🛵🛵🛵🛵🛵

Unser Tipp: Lasst euch nicht vom ersten Eindruck täuschen und fahrt nicht einfach vorbei. Der Gasthof liegt etwas zurückversetzt von der Straße – genau das macht seinen besonderen Charme aus. Einmal eingekehrt, versteht man schnell, warum dieses Wirtshaus seit über 300 Jahren Reisende willkommen heißt. Erst recht nach einer schönen Vespa-Runde durch das Kreuther Tal.