Manchmal braucht es erstaunlich lange, bis man einen Ort besucht, der eigentlich direkt vor der Haustür liegt. Bei uns war das die Moar Alm in Sachsenkam.
Seit Jahren fahre ich beruflich regelmäßig zwischen Bad Tölz und Holzkirchen hin und her. Dabei fällt der Blick fast automatisch auf das Wirtshaus, das oberhalb von Sachsenkam auf dem Hügel liegt. „Da müssen wir irgendwann mal einkehren“, haben wir uns oft gesagt. Irgendwann wurde dann endlich ein ganz bewusstes Ziel daraus – und wir haben uns gefragt, warum wir das nicht schon viel früher gemacht haben.
Der Biergarten ist wirklich etwas Besonderes. Von hier oben genießt man einen herrlichen Blick über die Wiesen bis hin zur Alpenkette. Vor allem am Abend spielt die Lage ihre größte Stärke aus. Während der Biergarten am Kloster Reutberg bereits im Schatten liegt, kann man auf der Moar Alm die Abendsonne oft bis zur letzten Minute genießen. Für uns einer der schönsten Plätze der Region, um einen Sommertag gemütlich ausklingen zu lassen.
Auch innen gefällt uns die Moar Alm ausgesprochen gut. Viel Holz, eine moderne und gleichzeitig gemütliche Einrichtung sorgen dafür, dass man sich sofort wohlfühlt. Das historische Anwesen blickt auf eine lange Geschichte zurück und wurde vor wenigen Jahren mit viel Liebe neu belebt. Heute verbindet die Moar Alm traditionelle Wirtshauskultur mit einem modernen Gastronomiekonzept und setzt dabei bewusst auf regionale Erzeuger und frische Zutaten. Das Motto lautet „Soulfood made in Sachsenkam“ – und das schmeckt man auch.
Kulinarisch geht die Moar Alm bewusst einen etwas anderen Weg. Die Speisekarte bietet kreative Gerichte und moderne Interpretationen klassischer Küche. Wir persönlich greifen zwar meistens lieber zu den traditionellen bayerischen Klassikern, aber genau dafür lohnt sich auch einmal der Blick über den Tellerrand. Wer Lust auf etwas Neues hat, findet hier viele spannende Kombinationen.
Preislich bewegt sich die Moar Alm allerdings eher im oberen Bereich. Burger oder Vorspeisen-Tapas liegen schnell bei rund 25 Euro. Das ist aus unserer Sicht schon eine Ansage. Natürlich sprechen die hochwertigen, regionalen Zutaten, die tolle Lage und das schöne Ambiente für sich. Interessant fanden wir eine Unterhaltung mit einem Sachsenkamer Einheimischen. Er erzählte uns, dass viele Dorfbewohner für den regelmäßigen Wirtshausbesuch lieber die Gasthäuser im Ort wählen, weil man dort deutlich günstiger essen kann. Das finden wir eigentlich schade, denn die Moar Alm ist ein wirklich besonderer Ort und gerade auch für die Menschen aus Sachsenkam eine Bereicherung. Vielleicht wäre hier an der einen oder anderen Stelle etwas Spielraum bei der Preisgestaltung gar keine schlechte Idee. Wir könnten uns gut vorstellen, dass dadurch noch mehr Einheimische und spontane Besucher den Weg auf den Hügel finden würden.
Unterm Strich überwiegen für uns aber ganz klar die positiven Eindrücke. Die Moar Alm lebt nicht nur vom Essen, sondern vor allem von ihrer besonderen Lage. Gerade nach einer Feierabendrunde mit der Vespa gibt es kaum etwas Schöneres, als mit einem kühlen Getränk in der Hand den Sonnenuntergang zu genießen.
Unser Fazit
Die Moar Alm ist ein wunderbares Ziel für alle, die gutes Essen, eine entspannte Atmosphäre und einen schönen Biergarten im Tölzer Land suchen. Der Blick über die Landschaft, die lange Abendsonne und das stimmige Ambiente machen den Besuch zu etwas Besonderem. Wenn bei den Preisen künftig noch ein kleines bisschen Bewegung nach unten möglich wäre, gäbe es aus unserer Sicht kaum noch etwas zu verbessern.
Vespisti-Wertung: 🛵🛵🛵🛵⭐
Unser Tipp: Plant eure Einkehr für den frühen Abend und reserviert bei schönem Wetter am besten einen Platz im Biergarten. Mit etwas Glück erlebt ihr hier einen Sonnenuntergang, den man so schnell nicht vergisst.