ein verwunschener Ort im Wald

Dachshöhlen

Verwunschene Felsen, kleine Höhlen und ein Wasserlauf mitten im Wald – ein ungewöhnlicher Spaziergang bei Wackersberg.

Dachshöhlen

Manchmal muss man für einen besonderen Ausflug gar nicht weit fahren. Rund um Bad Tölz gibt es einige Orte, die selbst viele Einheimische kaum kennen – und die sich wunderbar mit einer kleinen Vespa-Runde verbinden lassen.

Einer davon sind die Dachshöhlen bei Wackersberg.

Wir wollten ganz gezielt dorthin, hatten uns vorher allerdings nur grob über Google Maps orientiert. Also ging es mit der Vespa in Richtung Wackersberg, geparkt haben wir schließlich bei einem Bauernhof in der Nähe. Von dort machten wir uns zu Fuß auf den Weg.

Der Hinweg verlief problemlos.

Ein ungewöhnlicher Ort mitten im Wald

Die Dachshöhlen liegen südwestlich von Bad Tölz zwischen Wackersberg und der Steinsäge. Offiziell führt das Bayerische Landesamt für Umwelt den Ort unter der Bezeichnung „Dachshöhle bei Sonnershof SW von Bad Tölz“.

Obwohl meistens von den Dachshöhlen gesprochen wird, handelt es sich geologisch nicht um klassische Höhlen wie etwa eine Tropfsteinhöhle. Die verschiedenen Hohlräume und Überhänge sind vielmehr durch Wasser und Erosion entstanden. Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt die Dachshöhle als Geotop und Naturdenkmal.

Der Fels besteht aus sogenannter Nagelfluh. Dabei handelt es sich um miteinander verkittete Kiesel und Geröll – ein Gestein, das ein bisschen aussieht wie grober natürlicher Beton.

Über sehr lange Zeit haben Wasser und eine kleine Quelle immer mehr Material aus diesem Gestein herausgelöst. Durch diese sogenannte rückschreitende Erosion entstanden die auffällige Felsstufe, die Überhänge und die verschiedenen Hohlräume.

Ein bisschen wie ein verwunschener Platz

Wer dort ankommt, steht plötzlich vor einer Felsformation, die man in dieser Gegend nicht unbedingt erwarten würde.

Moos, Wurzeln, Nagelfluh und die kleinen Höhlungen geben dem Platz eine fast verwunschene Atmosphäre. Dazu kommt ein kleiner Bach, der je nach Wetter und Niederschlagsmenge mehr oder weniger Wasser führt.

Rund 30 Meter unterhalb der Dachshöhlen tritt außerdem wieder Wasser aus. Dort kommt es sogar zur sogenannten Kalktuffbildung: Im Wasser gelöster Kalk lagert sich an Pflanzen, Moosen und Steinen ab.

Im Winter kann der Platz noch einmal völlig anders aussehen. Dann bilden sich am Fels und am kleinen Wasserfall teilweise Eiszapfen und Eisformationen.

Die Dachshöhlen sind übrigens auch eine Station des Geokulturpfads Bad Tölz. Eine Informationstafel vor Ort erklärt die Entstehung der ungewöhnlichen Felsformation.

Wo startet man am besten?

Wir selbst sind eher nach der unkomplizierten Methode vorgegangen: Google Maps grob angeschaut, mit der Vespa in die Gegend gefahren, bei einem Bauernhof abgestellt und von dort losgelaufen.

Wer es etwas planmäßiger angehen möchte, startet besser am offiziellen Ausgangspunkt.

Ausgangspunkt: Parkplatz Wackersberger Höhe
Koordinaten: 47.753228, 11.546092
Navi: „Parkplatz Wackersberger Höhe“
Alternative Navi-Angabe: Wackersberger Straße 251/2, 83646 Bad Tölz
Rundweg: etwa 4,6 Kilometer
Gehzeit: ungefähr 1¼ Stunden ohne längere Pause

Vom Parkplatz führt die Runde zunächst in Richtung Sonnershof, anschließend hinunter zur Steinsäge und schließlich auf einem Waldweg am Einbach entlang zu den Dachshöhlen.

Danach geht es wieder hinauf auf die Wackersberger Höhe und zurück zum Ausgangspunkt.

Der Weg ist keine anspruchsvolle Bergtour, festes Schuhwerk ist trotzdem sinnvoll. Gerade im Wald können Wurzeln, feuchte Stellen und rutschiger Untergrund vorkommen.

Und wir würden inzwischen noch etwas ergänzen: Am besten auf den offiziellen Wegen bleiben.

Unsere vermeintliche Abkürzung

Denn genau das haben wir auf dem Rückweg nicht gemacht.

Nachdem wir die Dachshöhlen angeschaut hatten, machten wir uns wieder auf den Weg zu unserer Vespa.Dabei sah es für uns so aus, als könnten wir über einen anderen Weg deutlich direkter zurück zu dem Bauernhof kommen, an dem wir geparkt hatten.

Also nahmen wir die vermeintliche Abkürzung.

Anfangs sah das Ganze auch durchaus noch nach einem Weg aus. Je weiter wir kamen, desto weniger eindeutig wurde er allerdings. Irgendwann war aus dem Weg eher ein Pfad geworden – und aus dem Pfad schließlich ungefähr eine Richtung. Auf dem letzten Stück blieb uns dann nichts anderes übrig, als uns durch Unterholz und Gestrüpp in Richtung Bauernhof durchzuschlagen.

Ganz so dramatisch, wie das jetzt vielleicht klingt, war es am Ende zum Glück nicht. Wir kamen dort an, wo wir hinwollten, und außer ein paar kleinen Schrammen ist nichts passiert.

Die Vespa stand auch noch da. Alles gut gegangen.

Und heute gehört genau diese kleine Irrfahrt irgendwie zu unserem Ausflug dazu.

Dachshöhlen Wackersberg