
Es gibt Orte, auf die kommt man wahrscheinlich nicht unbedingt von selbst. Bei uns war es beim Flesslers in Lenggries ähnlich. Natürlich kannten wir das Gebäude – schließlich stand hier jahrzehntelang das alte Arabella Brauneck Hotel. Aber dass sich ganz oben inzwischen eine Rooftop-Bar mit einem wirklich spektakulären Blick über Lenggries und direkt hinüber zum Brauneck befindet, hatten wir zunächst gar nicht so auf dem Schirm.
Den entscheidenden Tipp bekamen wir von unserem Bekannten Christian. Er erzählte uns vom After Work, das regelmäßig in der Echo Rooftop Bar stattfindet. Inzwischen waren wir selbst oben und wissen: Allein wegen der Aussicht lohnt es sich. Wenn wir Richtung Lenggries unterwegs sind, genießen wir dort deshalb gerne mal ein Getränk. Und nachdem wir wissen, dass es neben dem After Work auch noch einen regelmäßigen 70s/80s-Abend gibt, werden wir dort mit Sicherheit noch das eine oder andere Mal aufschlagen.
Aus dem alten Brauneck-Hotel wurde etwas ziemlich anderes
Viele aus der Gegend werden das Gebäude noch als Arabella Brauneck Hotel kennen. Der markante Bau stammt aus dem Jahr 1972 und gehörte über Jahrzehnte fest zum Lenggrieser Ortsbild. Ende 2022 wurde das Hotel geschlossen, anschließend grundlegend umgebaut und 2025 als Flesslers Lenggries wiedereröffnet. Geblieben ist im Wesentlichen die charakteristische Form des Gebäudes – innen hat das alte Brauneck-Hotel mit dem heutigen Flesslers dagegen nicht mehr besonders viel gemeinsam.
Das neue Konzept spielt ganz bewusst mit den 1970er-Jahren. Farben, Formen und sogar Discokugeln greifen die Entstehungszeit des Hauses auf, ohne dass man das Gefühl bekommt, in einem Museum gelandet zu sein. Selbst der Name hat einen regionalen Hintergrund: „Flesslers“ nimmt Bezug auf die Flößerei, die für Lenggries und das Isartal über Jahrhunderte eine wichtige Rolle spielte.
Und dann kam beim Umbau eine Idee auf, die für uns eigentlich das Beste am ganzen neuen Konzept hervorgebracht hat: Warum nicht das Dach nutzen?
Ganz oben wartet der eigentliche Grund für unseren Besuch
Die Echo Rooftop Bar liegt im sechsten Stock. Und wenn man dort herauskommt, versteht man ziemlich schnell, warum sie inzwischen zu den auffälligsten Neuerungen des Hauses gehört. Vor einem liegt Lenggries, dahinter die Bergwelt des Isarwinkels – und das Brauneck hat man besonders prominent im Blick. Je nach Blickrichtung reicht das Panorama noch weit darüber hinaus bis Richtung Karwendel. Die Bar ist ausdrücklich nicht nur Hotelgästen vorbehalten, sondern soll auch ein Treffpunkt für Lenggrieser, Nachbarn und Besucher sein.
Genau das gefällt uns daran. Man muss dort weder übernachten noch irgendeinen besonderen Anlass haben. Wenn wir ohnehin mit der Vespa Richtung Lenggries unterwegs sind, kann man einfach hochfahren, sich einen Drink holen und eine Weile über die Dächer schauen.
Bei schönem Wetter ist die Terrasse natürlich das Highlight. Unten fahren die Autos durch Lenggries, irgendwo bewegt sich die Brauneckbahn den Berg hinauf, und oben sitzt man mit einem Getränk und schaut sich das Ganze aus sicherer Entfernung an.
So lässt sich Verkehr deutlich besser ertragen.
Jeden ersten Freitag heißt es After Work
Was Christian uns erzählt hatte, stimmt tatsächlich: Derzeit findet jeden ersten Freitag im Monat in der Echo Rooftop Bar die Afterwork-Party statt. Los geht es um 17 Uhr, offiziell läuft der Abend bis 1 Uhr. Aktuell legt dort DJ Nino auf.
Und genau dafür scheint die Dachterrasse wie gemacht. Man muss nicht bis spät in die Nacht warten, bis irgendetwas losgeht. Ab 17 Uhr kann man nach der Arbeit hinauf, etwas trinken, die Aussicht genießen und schauen, was aus dem Abend wird.
Das ist für uns ohnehin die angenehmste Form von After Work. Kein großes Clubprogramm, für das man erst um Mitternacht losziehen muss. Einfach Freitagabend, Berge vor der Nase, Musik, ein Drink und Wochenende.
Wer will, bleibt länger. Wer nach ein oder zwei Getränken wieder heimfährt, hat trotzdem schon einen schönen Abend gehabt.
Und für uns als Vespa-Fahrer gilt selbstverständlich wie immer: Wenn wir mit dem Roller da sind, bleibt es eben alkoholfrei oder bei entsprechend sicheren Alternativen. Der Blick aufs Brauneck funktioniert zum Glück auch ohne Promille.
Und am dritten Freitag werden die Siebziger und Achtziger ausgepackt
Fast noch besser zum Flesslers passt der zweite regelmäßige Termin: Jeden dritten Freitag im Monat findet derzeit ab 17 Uhr ein 70s/80s Evening in der Rooftop Bar statt, ebenfalls mit DJ Nino.
Das wirkt beim ersten Lesen vielleicht ein bisschen nach Mottoabend – passt aber erstaunlich gut zum Hotel. Schließlich steht man in einem Gebäude von 1972, dessen neues Design ganz bewusst mit den Siebzigerjahren spielt. Wenn dort dann Musik aus den 70ern und 80ern läuft, ist das weniger aufgesetzt, als man zunächst denken könnte.
Und seien wir ehrlich: Für einen Freitagabend ist die Musik aus dieser Zeit ohnehin nicht die schlechteste Wahl. Ein bisschen Disco, Rock und Pop, dazu die Dachterrasse und der Blick auf die Berge – man kann Wochenenden deutlich schlechter beginnen.
Wir werden das jedenfalls ausprobieren. Vermutlich nicht nur einmal.
Kein schicker Hoteltempel nur für Übernachtungsgäste
Das war für uns anfangs tatsächlich eine kleine Frage: Ist eine Rooftop-Bar in einem Vier-Sterne-Superior-Hotel überhaupt etwas, wo man einfach so hingeht?
Offenbar ausdrücklich ja.
Das Flesslers möchte Restaurant, Biergarten und Echo Rooftop Bar auch als Treffpunkte für Einheimische etablieren. Bei der Wiedereröffnung wurde sogar ausdrücklich betont, dass man kein abgehobenes Haus nach Tegernseer Luxusvorbild sein wolle und auch mit Outdoor-Kleidung willkommen sei.
Das passt zu Lenggries wahrscheinlich auch besser. Wer am Nachmittag vom Brauneck kommt, mit dem Rad unterwegs war oder – wie wir – mit der Vespa eine Runde dreht, soll nicht erst überlegen müssen, ob die Schuhe elegant genug für eine Hotelbar sind.
Oben zählt sowieso ziemlich schnell etwas anderes.
Der Ausblick.
Ein Drink mit Aussicht – und vielleicht bleibt man doch länger
Natürlich kann man auch außerhalb der Veranstaltungen einfach in die Echo Rooftop Bar gehen. Die regulären Öffnungszeiten reichen derzeit unter der Woche vom Nachmittag bis spät in die Nacht und am Wochenende bereits ab dem späten Vormittag. Angeboten werden Cocktails, Spritz-Varianten, Wein und weitere Drinks sowie kleinere Snacks.
Für uns braucht es allerdings gar kein großes Cocktailprogramm. Wenn wir in Richtung Lenggries unterwegs sind und Zeit haben, reicht eigentlich schon die Kombination aus Dachterrasse, Getränk und Brauneckblick.
Beim After Work oder beim 70s/80s-Abend kommt dann noch etwas dazu, das einer normalen Hotelbar schnell fehlt: Leben.
Und genau deshalb finden wir die regelmäßigen Freitage interessant. Aus einer schönen Dachterrasse wird dann ein richtiger Treffpunkt. Man fährt vielleicht nur auf einen Drink hin – und stellt irgendwann fest, dass man schon deutlich länger dort sitzt als geplant.
Wir werden dort sicher wieder aufschlagen
Das ehemalige Brauneck-Hotel kannten vermutlich viele. Auf die Idee, genau dort irgendwann einmal auf einer Rooftop-Terrasse zu sitzen und über Lenggries hinweg aufs Brauneck zu schauen, wäre vor einigen Jahren wahrscheinlich trotzdem kaum jemand gekommen.
Heute ist genau das möglich.
Wir verdanken die Entdeckung eigentlich Christian und seinem Tipp mit dem After Work. Seitdem gehört die Dachterrasse für uns zu den Orten, an denen wir gerne mal auf ein Getränk vorbeischauen, wenn wir Richtung Lenggries unterwegs sind.
Und jetzt haben wir gleich zwei Termine, die wir uns merken können: erster Freitag im Monat After Work, dritter Freitag 70s/80s.
Beide beginnen bereits um 17 Uhr.
Das ist gefährlich praktisch.
Denn damit kann man sich eigentlich kaum noch herausreden, dass es für eine spontane Runde nach Lenggries schon zu spät wäre. Und wenn dann noch das Wetter passt und das Brauneck im Abendlicht vor einem liegt, dürfte die Entscheidung ohnehin gefallen sein.
Wir werden auf jeden Fall wieder oben sitzen.
Vielleicht sieht man sich ja beim After Work.
