ein Insider-Tipp, auf den wir selbst nie gekommen wären

Golf-Alm Karwendel

urige Golf-Alm, gemütlicher Biergarten und grandioser Blick auf Karwendel und Wetterstein – perfekt als Ziel einer Vespa-Ausfahrt durchs obere Isartal.

Golf-Alm Karwendel

Auf die Idee, ausgerechnet einen Golfclub als Ziel für eine unserer Ausfahrten anzusteuern, wären wir vermutlich nicht gekommen. Den Tipp bekamen wir von der befreundeten ehemaligen Biathletin Nadine Horchler aus Mittenwald. Sie meinte, wir sollten einmal beim Golf- & Landclub Karwendel bei Wallgau vorbeischauen – genauer gesagt bei der Golf-Alm, eigentlich wollten wir uns da mal treffen, sind dann aber in einem Restaurant in Mittenwald gelandet.

Was uns dort erwartete, hatten wir uns unter einem Clubrestaurant allerdings etwas anders vorgestellt. Kein schickes Restaurant mit viel Glas und gediegenem Golf-Ambiente, sondern eine urige Hütte im kanadischen Blockhausstil, viel Holz, ein gemütlicher kleiner Biergarten und rundherum eine Bergkulisse, für die man ganz sicher keinen Golfschläger braucht.

Für uns eignet sich die Golf-Alm inzwischen vor allem wunderbar als Ziel oder Zwischenstopp einer längeren Ausfahrt. Von Bad Tölz geht es über Lenggries und den Sylvenstein Richtung Vorderriß und anschließend durch das obere Isartal nach Wallgau. Schon die Strecke ist ein großer Teil des Vergnügens: Isar, Wald und Berge begleiten einen fast ständig, und je näher man Wallgau und Mittenwald kommt, desto mächtiger wird die Kulisse.

Ein Golfplatz mitten in einer alten Isarlandschaft

Der Golf- & Landclub Karwendel liegt etwas außerhalb von Wallgau an der Risser Straße. Gegründet wurde der Club 1992 – damals als 100. Golfclub im Bayerischen Golfverband. Gespielt wird auf neun Bahnen, für eine komplette Runde stehen jedoch 18 unterschiedlich angelegte Abschläge zur Verfügung.

Uns interessieren die sportlichen Feinheiten allerdings weniger als die Lage. Der Golfplatz liegt im breiten oberen Isartal zwischen Karwendel, Wetterstein- und Estergebirge. Nach Angaben des Clubs lassen sich von der Anlage aus mehr als 40 Gipfel erkennen. Bei klarer Sicht gehören auch Alpspitze und Zugspitze zum Panorama.

Besonders spannend ist, dass die Geländeformen des Platzes nicht einfach künstlich aufgeschüttet wurden. Die Fairways liegen auf rund 10.000 Jahre alten Flussterrassen der Isar. Nach der letzten Eiszeit verlagerte der Fluss immer wieder sein Bett, lagerte Kies ab und schnitt sich anschließend tiefer in die Landschaft ein. Diese natürlichen Geländestufen prägen den Golfplatz bis heute.

Wenn man im Biergarten sitzt und über die gepflegten Grünflächen schaut, blickt man also gleichzeitig auf eine Landschaft, an der die Isar seit Jahrtausenden gearbeitet hat.

Und mittendrin eine urige Golf-Alm

Das eigentlich Überraschende bleibt für uns die Gastronomie. Die Golf-Alm sieht eher nach einer Berghütte aus, zu der man normalerweise erst eine Weile hinaufwandern müsste, als nach dem Clubhaus eines Golfplatzes.

Drinnen gibt es viel Holz, draußen sitzt man im kleinen Biergarten beziehungsweise auf der Terrasse und schaut über den Platz in die Berge. Die Golf-Alm liegt auf rund 930 Metern und ist ausdrücklich auch eine Ausflugsgaststätte. Man muss also weder Mitglied sein noch Golf spielen, um dort einzukehren.

Genau das gefällt uns. Wir setzen uns draußen hin, schauen ein wenig dem Geschehen auf dem Golfplatz zu und genießen die Landschaft. Im Osten erhebt sich das Karwendel, Richtung Südwesten liegen Wettersteingebirge, Alpspitze und Zugspitze, nordwestlich das Estergebirge.

Die Golf-Alm selbst ist gemütlich und unkompliziert. Auf der Karte stehen bayerische Gerichte und typische Hüttenküche. Ausgeschenkt wird unter anderem Reutberger Bier – eine nette Verbindung zu einem anderen unserer Lieblingsziele.

Für uns ist vor allem die Strecke Teil des Ausflugs

Von Bad Tölz aus passt die Golf-Alm hervorragend zu einer Tour über Lenggries und den Sylvenstein. Danach geht es über Vorderriß weiter Richtung Wallgau. Die Straße führt durch eine Landschaft, die wir für eine entspannte Vespa-Ausfahrt besonders mögen: viel Natur, schöne Kurven und immer wieder die Isar neben der Strecke.

Von der Golf-Alm kann man anschließend weiter nach Mittenwald fahren, einen Abstecher nach Krün oder Wallgau machen oder irgendwann wieder Richtung Tölz zurückkehren. Dadurch ist sie kein Ziel, für das man eine Tour künstlich planen muss, sondern ein schöner Punkt, um eine ohnehin lohnende Runde damit zu verbinden.

Und dann steht dort eben plötzlich diese Blockhütte auf einem Golfplatz.

Ein Tipp, den wir gerne weitergeben

Ohne die Empfehlung unserer Bekannten wären wir wahrscheinlich tatsächlich nie auf die Idee gekommen, beim Golf- & Landclub Karwendel nach einer Einkehrmöglichkeit zu suchen. Golfplätze gehören normalerweise nicht zu den Orten, die wir bei der Planung einer Vespa-Ausfahrt als Erstes auf der Karte markieren.

Gerade deshalb mögen wir die Golf-Alm.

Man fährt eine wunderschöne Strecke durch das Isartal, landet bei einer urigen Hütte, sitzt gemütlich im Biergarten und schaut auf Karwendel, Wetterstein und die alten Isarterrassen. Golf spielen müssen wir dafür weiterhin nicht.

Die Vespa, eine schöne Strecke und ein gemütlicher Platz mit Bergblick reichen uns vollkommen.

So ist der Text aus meiner Sicht deutlich runder: Die Isarterrassen werden nur noch einmal erklärt, das Panorama einmal ausführlich beschrieben und der „Insider-Tipp“ bildet nur noch Anfang und Ende als bewusste Klammer.

Golf-Alm Karwendel