manchmal braucht es gar nicht mehr

Kurhaus & Kurpark

Kurpark, alte Bäume und das historische Kurhaus – ein ruhiger Lieblingsplatz zum Abschalten und immer wieder auch eine schöne Bühne für besondere Abende.

Kurhaus & Kurpark

Es gibt Orte, zu denen man geht, weil etwas Besonderes stattfindet. Und es gibt Orte, an denen man eigentlich gar nichts vorhaben muss. Kurhaus und Kurpark in Bad Tölz können für uns beides.

Wir haben im Kurhaus schon ganz unterschiedliche Abende erlebt – etwa Johannes B. Kerner bei einem Vortrag oder Harry G und Django Asül, bei dem es naturgemäß etwas weniger besinnlich zuging. An anderen Tagen reicht uns eine der bereitgestellten Holzliegen unter den alten Bäumen. Ein bisschen Ruhe, das Plätschern des Brunnens und sonst möglichst wenig Programm. Genau deshalb kommen wir gerne her.

Ein bisschen Tölzer Sommerfrische

Der heutige Gabriel-von-Seidl-Kurpark wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gestaltet und bereits 1906 fertiggestellt, noch bevor das Kurhaus entstand. Alter Baumbestand, Teich, Rasenflächen und Blumenanlagen sollten den Kurgästen einen schönen Rahmen zum Flanieren und Erholen bieten.

Wahrscheinlich hätte man früher von Sommerfrische und Promenieren gesprochen. Wir nennen es eher: ein bisschen im Kurpark chillen.

Kurgarten Bad Tölz

Mittendrin steht das Kurhaus, eine der letzten Planungen des Architekten Gabriel von Seidl für Bad Tölz. Den Baubeginn erlebte er selbst nicht mehr. Nach seinem Tod 1913 führte sein Bruder Emanuel die Arbeiten weiter, im Juni 1914 wurde das Haus eröffnet. 2009 umfassend renoviert, ist es bis heute Bühne für Konzerte, Theater, Vorträge, Hochzeiten und andere Veranstaltungen.

Gerade das mögen wir: Am Abend läuft man durch den Park zum beleuchteten Kurhaus, drinnen warten Bühne und Publikum – und beim nächsten Besuch kommt man einfach nur wegen des Parks.

Die Wandelhalle – Glanz aus einer anderen Zeit

Ein paar Schritte weiter zeigt sich eine ganz andere Seite des alten Tölzer Badeteils.

Die Wandelhalle wirkt heute ziemlich in die Jahre gekommen. Dabei war sie einmal eines der großen Aushängeschilder der Tölzer Kur. Als sie 1930 eröffnet wurde, galt sie als größte Wandelhalle Europas.

Hier tranken die Kurgäste ihr berühmtes Tölzer Jodwasser und wandelten anschließend durch die lange Halle. Das war tatsächlich Teil der Kur. Historische Aufnahmen zeigen elegant gekleidete Gäste und einen Betrieb, den man sich beim heutigen Anblick kaum noch vorstellen kann.

Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie das denkmalgeschützte Gebäude wieder sinnvoll genutzt werden könnte. Die Stadt sieht dort künftig unter anderem Veranstaltungen, Tagungen und Gastronomie vor. Eine wirkliche Wiederbelebung lässt allerdings weiterhin auf sich warten.

Kurhaus & Kurpark

Gerade deshalb ist die Wandelhalle interessant. Neben dem gepflegten Kurpark und dem weiterhin lebendigen Kurhaus erinnert sie daran, welche Bedeutung Bad Tölz einmal als Kurstadt hatte.

Unser Fazit

Für uns gehören Kurhaus und Kurpark nicht zu den Orten, die man einmal besucht und anschließend abhakt. Mal kommen wir wegen einer Veranstaltung, mal ohne jeden Plan.

Und wenn danach noch Hunger oder Durst aufkommt, ist es nur ein kurzer Weg zum Binderbräu.

Die Wandelhalle schauen wir dabei mit etwas gemischten Gefühlen an. Es wäre schön, wenn auch sie irgendwann wieder eine Aufgabe bekäme, die zu ihrer Geschichte passt.

Bis dahin genießen wir einfach das, was hier immer noch wunderbar funktioniert: Man kann etwas erleben. Man muss aber nicht.

Kneippanlage im Kurgarten